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طالب إيزيدي في كاسل يتعرض لهجوم بالسكين ويشتبه بوجود دافع ديني

متابعة بحزاني نت: تقول الصحيفة الألمانية إن الطالب الإيزيدي شيرو، 16 عامًا، تعرض في مدينة كاسل لهجوم بسكين من أحد زملائه البالغ من العمر 17 عامًا، وذلك بعد انتهاء الدوام المدرسي في 18 يونيو/حزيران 2026.

وبحسب شيرو، فقد هاجمه زميله عمدًا بالسكين في منطقة مؤخرة الرقبة والظهر. وأدت الإصابة إلى جرح يبلغ طوله نحو 15 سنتيمترًا وعمقه نحو سنتيمترين، واضطر الأطباء في المستشفى إلى خياطة الجرح. 

شيرو وعائلته يعتقدون أن الهجوم له خلفية دينية

وفقًا لرواية شيرو وعائلته، فإن الاعتداء مرتبط بكونه إيزيديًا. وتقول العائلة إن الطالب الآخر كان قد قام، بحسب روايتهم، بإهانته ومضايقته والتمييز ضده بسبب ديانته منذ فترة.

ويذكر التقرير أن شيرو قال إن زميله وصفه مرارًا بكلمة «كافر» (Kafir)، كما نقلت الصحيفة عن شيرو قوله إن زميله قال له عبارة مهينة مفادها أنه يفضّل أن يعطي «قدمه» لشخص غير مؤمن على أن يعطيه يده. 

العائلة تشعر بالخوف

شيرو وعائلته من الإيزيديين الذين فروا من العراق إلى ألمانيا عام 2015 بسبب تنظيم داعش.

وتقول شقيقته جيهان، 21 عامًا، إن الأسرة كانت قد تعرضت للاضطهاد في العراق بسبب كونها إيزيدية، ولذلك تجد الأسرة صعوبة كبيرة في تقبل تعرض شقيقها بعد سنوات من وصولهم إلى ألمانيا لهجوم يُشتبه في أن له خلفية دينية.

وقالت شقيقته إن والديها أصبحا خائفين على حياتهم بعد الحادث. 

شيرو اتصل بنفسه بالإسعاف

من أكثر الأمور التي أثرت في العائلة، بحسب التقرير، أن شيرو اضطر إلى الاتصال بنفسه بسيارة الإسعاف بعد تعرضه للطعن، رغم وجود أشخاص آخرين في مكان الحادث.

كما تقول العائلة إن المعتدي، بعد الهجوم، هدده بأنه سيجده مرة أخرى. ولهذا أصبحت الأسرة تفكر في مغادرة كاسل والانتقال إلى مدينة أخرى توجد فيها جالية إيزيدية أكبر، مثل بيليفيلد أو تسيله أو هانوفر أو فيلهلمسهافن، إلا أن ذلك يتطلب منهم العثور على مسكن وعمل جديد. 

ماذا قالت الشرطة الألمانية؟

وهنا توجد نقطة مهمة جدًا إذا أردت نشر الخبر.

أكد المتحدث باسم شرطة شمال هِسّن أن هناك بلاغات جنائية متبادلة بين الشابين على خلفية الحادث، تتعلق بالاعتداء وإحداث إصابة خطيرة.

لكن الشرطة قالت إنها لا تستطيع في الوقت الحالي تقديم تفاصيل إضافية عن ملابسات الحادث أو الدوافع المحتملة، بسبب استمرار التحقيقات وكذلك بسبب عمر الشخصين المعنيين.

كما قالت الشرطة إنها لا تعرف بوجود جرائم أخرى في كاسل مرتبطة مباشرة بصراعات بين الإيزيديين والمسلمين. 

العائلة تتحدث عن تمييز سابق

تقول شقيقة شيرو إن الإيزيديين في ألمانيا، بحسب رأيها، يتعرضون أحيانًا للإهانة أو الاعتداء، وإن بعضهم يفضل الصمت خوفًا من العواقب.

وتذكر الصحيفة أن شقيقة شيرو تحدثت أيضًا عن تعرضها شخصيًا لإهانات في المدرسة.

وتقول إن الأطفال والشباب الإيزيديين قد يواجهون التمييز والإقصاء في المدارس، وإن ما حدث لشقيقها يمثل، من وجهة نظرها، تصعيدًا خطيرًا بعد فترة طويلة من المضايقات. وهذه رواية الشقيقة والعائلة، وليست نتيجة أعلنتها الشرطة. 

موقف مسؤولة في كاسل

الصحيفة نقلت أيضًا عن ليلى محتدي، رئيسة المجلس الاستشاري للأجانب في كاسل، أنها تعرف قضية العائلة، وأنها سمعت عن شكاوى من إيزيديين بشأن تزايد التمييز ضدهم في ألمانيا.

كما نصحت الأسرة بالتواصل مع الصحفية والناشطة في مجال حقوق الإنسان Düzen Tekkal، وهي من أصول كردية-إيزيدية وتنشط عبر منظمة Hawar.help. 

https://www.hna.de/kassel/jesidischer-schueler-in-kassel-mit-messer-attackiert-15-cm-wunde-am-nacken-94517483.html

المصدر الألماني الكامل – صحيفة HNA⁠

Jesidischer Schüler wurde in Kassel mit Messer attackiert – er vermutet religiösen Hintergrund

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Mehr als 1500 Kurden und Jesiden beteiligen sich am 09.08.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) an einem Protestzug durch die Innenstadt. Dabei trägt ein kleines Mädchen den Schriftzug „Jesidisch“ im Gesicht. Auf Spruchbändern und Plakaten sowie in Sprechchören wandten sie sich gegen die Invasion der Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) in weiten Teilen des Nordirak. Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Von der Terrorgruppe IS verfolgt: Das Foto eines Mädchens, das den Schriftzug „Jesidisch“ im Gericht trägt, entstand bei einem Protestzug von mehr als 1500 Kurden und Jesiden in Frankfurt am Main. © Boris Roessler/dpa

Ein 17-jähriger Mitschüler soll den 16-jährigen Shero wegen seines jesidischen Glaubens in Kassel angegriffen haben. Nach der Attacke rief der Verletzte selbst den Rettungswagen – obwohl andere vor Ort waren.

Kassel – Der 16-jährige Shero (Name von der Redaktion geändert) wurde am 18. Juni dieses Jahres von einem Mitschüler nach dem Unterricht in Kassel mit einem Messer angegriffen. „Er hat mich gezielt am Nacken und Rücken mit dem Messer attackiert“, sagt der 16‑Jährige. Die 15 Zentimeter lange und zwei Zentimeter tiefe Wunde habe im Krankenhaus genäht werden müssen.

Bis zu 200.000 Jesiden in Deutschland

Das Jesidentum gilt als eigenständige Religion, ist also keine Abspaltung vom Islam, Christentum oder Judentum. Historisch reichen die Wurzeln des Jesidentums mehr als 4000 Jahre in die alt-iranische Kulturepoche zurück.

Am 3. August 2014 überfiel die Terrormiliz „Islamischer Staat“ die jesidische Bevölkerung in der Region Sindschar im Nordirak. Tausende Menschen wurden ermordet, verschleppt oder versklavt. Frauen und Mädchen wurden systematisch Opfer sexualisierter Gewalt. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben. Bis heute werden jesidische Frauen und Kinder vermisst. Nach Angaben von Pro Asyl lebt in Deutschland die weltweit größte jesidische Diaspora, der mehr als 200.000 Menschen angehören. Im Januar 2023 erkannte der Deutsche Bundestag die Verbrechen des sogenannten Islamischen Staats an den Jesiden als Völkermord an. „Eine verlässliche Bleibeperspektive für jesidische Geflüchtete in Deutschland hat er bislang jedoch nicht geschaffen“, so Pro Asyl.

Der Angriff hat seinen Angaben nach einen religiösen Hintergrund. Shero und seine Familie sind Jesiden. Beim Angreifer handele es sich um einen 17 Jahre alten Muslim, von dem er schon seit geraumer Zeit beleidigt, schikaniert und aufgrund seines jesidischen Glaubens diskriminiert worden sei. Der Mitschüler habe ihn wiederholt als „Kafir“ (Ungläubigen) beleidigt. Er habe auch zu ihm gesagt: „Ich gebe einem Ungläubigen lieber meinen Fuß als meine Hand.“

„Meine Eltern haben Angst um unser Leben“

Shero ist mit seinen Eltern und Geschwistern im Jahr 2015 aus dem Irak vor dem IS nach Deutschland geflüchtet. Im Irak seien sie als jesidische Familie verfolgt worden, sagt seine 21-jährige Schwester Jihan (Name ebenfalls geändert), die in Kassel studiert und mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft hat. „Dass unser 16-jähriger Bruder nun elf Jahre später hier Opfer eines mutmaßlich religiös motivierten Messerangriffs wurde, ist für uns kaum zu begreifen“, sagt die 21-Jährige. „Meine Eltern haben Angst um unser Leben.“

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Polizeisprecher Daniel Kalus-Nitzbon bestätigt, dass bei der Polizei wechselseitige Strafanzeigen wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung zwischen zwei Jugendlichen aus Kassel wegen des Vorfalls am 18. Juni erstattet worden sind. „Weitere Einzelheiten, auch zu den möglichen Hintergründen der Taten, können wir Ihnen mit Blick auf die aktuell noch andauernden Ermittlungen und das Alter der beiden Beteiligten nicht nennen“, so der Sprecher. Im Polizeipräsidium Nordhessen seien keine weiteren Straftaten bekannt, die im Zusammenhang mit Konflikten zwischen Jesiden und Muslimen stünden.

Viele Jesiden würden aus Angst schweigen

Das könnte daran liegen, dass Jesiden in Deutschland und Kassel aus Angst schweigen, sagt Jihan. Nach Angaben der 21-Jährigen ist es kein Einzelfall, dass Jesiden in Deutschland von Muslimen beleidigt oder attackiert würden. Sie sei in der Schule auch als „Schlampe“ und „Hure“ bezeichnet worden. Diese Angriffe gingen in erster Linie von muslimischen jungen Männern aus. Die muslimischen Frauen hielten sich zurück. Sie habe bis zu der Attacke eine muslimische Freundin gehabt. Nachdem sie ihr von dem Angriff auf ihren Bruder erzählt habe, habe diese den Angriff allerdings nicht verurteilt.

Jesiden sind in Kassel in der absoluten Minderheit. Im Rat der Religionen der Stadt Kassel sind sie gar nicht vertreten. Jihan denkt, dass hier etwa 50 jesidische Familien leben, eine Gemeinde gebe es nicht. Zu Feierlichkeiten würden sich die Jesiden in einem Saal treffen. Sie wünsche sich, dass über antijesidischen Hass und mutmaßlich religiös motivierte Gewalt gegen Jugendliche gesprochen werde. Die 21-Jährige betont: „Viele Menschen verbinden solche Themen nur mit Erwachsenen oder nehmen sie nicht wahr. Dabei erleben viele jesidische Kinder und Jugendliche bereits in der Schule Diskriminierung und Ausgrenzung. In unserem Fall ist diese jahrelange Entwicklung schließlich in schwerer Gewalt eskaliert.“

Jesiden klagten über zunehmende Diskriminierung in Deutschland

Leila Mohtadi, Vorsitzende des Ausländerbeirats, ist der Fall der jesidischen Familie bekannt. Sie kenne aber keine weiteren Jesiden in der Stadt, so die Deutsch-Iranerin. Sie wisse nur, dass Jesiden über eine zunehmende Diskriminierung in Deutschland klagen. Sie hat den Geschwistern empfohlen, Kontakt mit der Journalistin Düzen Tekkal, die kurdisch-jesidischer Herkunft ist, aufzunehmen. Tekkal stammt aus Hannover und engagiert sich seit Jahren mit ihrer Organisation hawar.help für Menschenrechte.

In einem Interview mit der FAZ schilderte die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin im Mai 2025, wie es ihr in ihrer Schulzeit in Deutschland ergangen ist. „In der Grundschule sagten andere Kinder zu mir, ich sei eine Teufelsanbeterin, hätte kein eigenes Land, sei gottlos und ungläubig, weil ich eine Jesidin und Kurdin war. Das kam nicht von den deutschstämmigen Kindern, sondern von denen mit Migrationshintergrund. Sie hatten die Beleidigungen zu Hause gehört. Und genau das haben sie bei uns fortgesetzt. Früher war das leise. Jetzt, wo wir hörbar und sichtbar sind, ist es laut.“

Familie will umziehen

Die Familie von Shero und Jihan kann sich nicht vorstellen, nach dem Vorfall weiter in Kassel zu leben. Zu groß sei die Angst vor einem neuen Angriff. Besonders erschütternd sei für die Familie die Tatsache, dass Shero nach der Attacke selbst einen Rettungswagen habe rufen müssen, obwohl andere Personen vor Ort gewesen seien. Nach dem Angriff habe der Täter ihm außerdem hinterhergerufen, er werde ihn wiederfinden. Große jesidische Gemeinden gebe es in Bielefeld, Celle, Hannover oder Wilhelmshaven. Aber dort müssten sie erst mal eine Wohnung und eine neue Arbeit finden.

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